Astrid Paschkowski
Das richtige Angebot im richtigen Moment
Aufmerksam wurde ich auf diese Möglichkeit durch einen Flyer, der mich auf dienstlichem Wege über den WWF erreichte. Das Angebot kam genau im richtigen Moment. In meiner Tätigkeit hatte ich immer wieder auch mit Landwirten zu tun, die regenerative Energien nutzen wollten oder aber musste mit Forstleuten über nachhaltige Waldwirtschaft diskutieren. Diesen Aufgaben fühlte ich mich damals nur bedingt gewachsen.
Für eine weitere Qualifikation kam für mich nur ein Fernstudium in Frage, da ich allein erziehende Mutter meiner Kinder war, die damals 18, 15 und 11 Jahren alt waren. Trotzdem brachten vor allem die ersten Wochen des Studiums gravierende Veränderungen für uns alle mit sich. Als voll Berufstätige stand ich vor dem Problem „woher die Zeit für das Selbststudium nehmen?
Auch die Präsenzwochenenden in Rostock mussten organisiert werden. In unseren ersten Veranstaltungen in Rostock war die Zeiteinteilung ein wichtiges Thema. Wir sollten in einen Wochenplan unsere täglichen Pflichten und Aktivitäten eintragen um dann zu sehen, wann wir Zeit zum Lernen einplanen können. Da ich dienstlich viel unterwegs bin, ist das Planen für mich nicht einfach. Ich habe mir dann einfach mit viel Disziplin eher spontan die erforderliche Zeit genommen. Das fiel anfangs schwer, wurde dann aber immer mehr zur Routine. Schließlich waren die Inhalte der „kleinen grünen Ungeheuer" – wie wir die Studienmateriale scherzhaft nannten – meist recht spannend.
Für mich wurde das Studium zunehmend leichter als ich merkte, dass ich viele Dinge aus meinem Berufsalltag eigentlich schon wusste bzw. davon gehört hatte. Durch das Fernstudium bekam dann aber alles eine ganz logische Struktur, Zusammenhänge wurden deutlich, tieferes Verständnis war die Folge. Motivationsfördernd war natürlich auch die unmittelbare Anwendung in der Praxis. Ich konnte selbstbewusster und kompetenter mit den Landnutzern in meinem Projektgebiet diskutieren und verhandeln. Auch für meine Diplomarbeit fand ich ein praxisnahes Thema. Ich entwickelte eine Konzeption für den Naturpark Uckermärkische Seen – das Gebiet, in dem ich beruflich aktiv bin. Dabei wurde ich von den Partnern vor Ort unterstützt und wirke heute an der Umsetzung der Planungen mit.
An die Studienwochenenden in Rostock erinnere ich mich gern. Besonders interessant waren die praktischen Untersuchungen und Exkursionen und natürlich Austausch und Zusammensein mit den Kommilitonen. Wegen privater Baumaßnahmen wurde es für mich in der Prüfungsphase dann nochmals schwierig. Hilfreich in diesem Zusammenhang war die Möglichkeit, die schriftlichen Prüfungen in Berlin schreiben zu können. Das ersparte mir viel Fahrzeit und Kosten.
Jeder Studienanfänger sollte zuerst seine Motivation prüfen. Für einen Zeitvertreib sind die Mühen zu groß – aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es ist sehr bereichernd noch einmal auf der Schulbank, über Studienmaterialien und Einsendeaufgaben zu sitzen. Die Mühe lohnt sich! Ich habe an meinem 40. Geburtstag erfolgreich meine Diplomarbeit verteidigt. Das vergisst man nicht.


